DUB Live-Video-Calls mit Dr. Freiherr von dem Bussche & Co.: "Proaktiv anpacken!"

24. Mai 2020

DUB Live-Video-Calls mit Dr. Freiherr von dem Bussche & Co.: "Proaktiv anpacken!"

Was für Wirtschaftsgespräche bei Zoom! Andreas Schweizer (Vorstand German Mittelstand - Kontor Hamburg) hakte in Koop mit dem DUB UNTERNEHMER Magazin bei Dr. Freiherr von dem Bussche, LL.M. (L.S.E.), Partner Taylor Wessing Hamburg / Düsseldorf bei den DUB Live-Video-Calls (2. Halbzeit) nach. Weitere Talks: Gum, CEO Private Alpha Switzerland AG Zürich (Schweiz), Prof. Dr. Vogel, CEO VM Value Management GmbH Frankfurt am Main und Dr. Garzik, Geschäftsführer vom RFTE Wien (Österreich) mit Krisen-Tipps für Unternehmer!

"DSGVO in Zeiten von Corona – machen die Aufsichtsbehörden eine Pause?" Der German Mittelstand hat beim DUB Live-Video-Call Nr. 24 bei YouTube beim Partner von Taylor Wessing Dr. von dem Bussche in der 2. Halbzeit nachgefragt. Was muss der Mittelstand jetzt beim Datenschutz tun? Welche Möglichkeiten gibt es? Wie viel kostet das den Chef im eigenen Unternehmen wirklich?

Andreas Schweizer (German Mittelstand): Wie hoch sehen Sie zukünftig die Investitionssumme für ein mittelständisches Unternehmen beim Thema "Datenschutz" , das sich z.B. bisher nur nebenbei mit "einem" Datenschutzbeauftragten darum gekümmert hat?
Dr. von dem Bussche (Taylor Wessing): Da bekommen Sie die Antwort, die Sie hier immer von einem Juristen bekommen: Es kommt darauf an! Wir legen uns nicht gern fest. Ich sehe das nicht in einer Zahl. Wenn wir das Thema proaktiv anpacken, muss es Vorstandsattention bekommen. Wenn das Management nicht dahinter steht und es nicht nur als Kostentreiber sieht, sondern als integralen Bestandteil jeglicher Digitalisierungsbemühungen, dann wird es nichts. Die Fachabteilungen bleiben immer wieder mit ihren Vorschlägen am Board hängen, Punkt eins ist Boardawareness. Punkt zwei sind die internen Aufstellungen, die Ressourcen. Der Datenschutzbeauftragte darf kein Feigenblatt mehr sein, also kein "Windowdressing". Das war früher so in den 00er Jahren. Das ist heute nicht mehr so. Wenn sie dafür einen motivierten Mitarbeiter haben, auch wenn es nur eine halbe Stelle ist, der sich der Sache annimmt und wenn sie ihn unterstützen in seinen Maßnahmen, dann ist schon jede Menge getan.

Wie sprechen darum heute auch von "Privacy Design", das in die Unternehmensstrategie gehört. Da gibt es etliche Diskussionen zu dieser Position, wie sie heißen soll, beispielsweise bei Meet-ups oder Konferenzen. Heißt es jetzt "Chief Security Officer" oder der "Chief Information Officer"? Das sind soch alles englische Begriffe. Ist letztendlich nicht auch die Politik gefordert, im Ausbildungsbereich Gas zu geben. Ich kenne aktuell noch keinen Studiengang oder Abschluss dafür. Können Sie da weiter helfen?
Um mit dem 2. Teil der Fragen anzufangen. Das ist ein echtes Defizit. Es gibt verschiedene Initiativen auch in Berlin möchte ich dafür werben. Auch die "BUDS", die gerade entsteht, an der ich das Ressort "Interdisziplinärrecht" leiten soll. Man hat das erkannt. Wir müssen hier nachsteuern. Wir können nicht nur "Trainee on the Job" machen. Auch bei uns im juristischen Bereich. Glauben Sie nicht, dass Datenschutzrecht Teil des Lehrplans ist. Wir bekommen fertig ausgebildete Juristen hier ins Büro von Taylor Wessing und müssen diese jedoch zuerst einmal bei diesem Thema einarbeiten. Das ist alles jedoch weiter im Kommen. Der zweite Punkt, wie soll man diese bezeichnen? Ich würde es gern im Digitalen ansiedeln, also als "Digital Officer", und mit der KI verkoppeln. Sie müssen dranbleiben! Wenn Sie das nicht leben, bekommen sie zunehmend Probleme. Proaktiv bleiben!

Welchen Tipp geben Sie Unternehmen? Geht man zu Webinaren? Was machen Sie selbst? Gehen Sie auf Konferenzen? Wo holt man sich Informationen her, wenn man Sie nicht beauftragen kann, wenn man nicht zu den fünf Prozent der Konzerne gehört, sondern zu den 95 Prozent Mittelstand in Deutschland, dann sitzt der Euro beim Thema "Datenschutz" nicht so locker?
Dr. von dem Bussche: Es gibt unfassbar viele Informationen, die sind aber nicht so leicht verdaulich. Sie brauchen jemand, der sich dafür interessiert. Sie müssen in ihrem Unternehmen suchen und herum hören, wer das ist ist und wer dafür aufgeschlossen ist. Wenn man aufgeschlossen ist, dann kann man sich auch als Anfänger, diesem Thema annehmen. Man muss kein Volljurist sein und auch kein Ingenieur. Technikaffin vielleicht und einen Hang zur IT-Security haben oder zur HR, obwohl sie da kein Datenschutzbeauftragter werden dürfen wegen Mitarbeiterdatenschutz, da es Interessenkonflikte gibt. Einige Aufsichtsbehörden, wie das bayerische LDA haben auf der Website auch Informationsangebote für Datenschutzbeauftragte stehen. Man kann Konferenzen besuchen. Ich halte einen Austausch für extrem wichtig. Es gibt lokale Gremien, wo sich Datenschutzexperten austauschen. Es gibt Literatur. Ich habe zum Beispiel mit einem Kollegen ein Buch geschrieben. Es gibt viele Hilfestellungen, die nicht so teuer sind, aber Bemühungen voraussetzen.

Und dann wird doch auch ein guter Kontakt zur Behörde vor Ort Sinn machen, oder bringt das nichts?
Ja, das bringt auf jeden Fall etwas! Mein Team, wir haben 50 Verfahren anhängig und wir sind mit allen Behörden in Deutschland im engen Austausch. Einige haben auch schon bei uns gearbeitet. Das hilft natürlich, wenn man weiß, welche Sprache auf der anderen Seite gesprochen wird. Was nichts bringt, sind E-Mails, weil es so viele Anfragen gibt und sie in der Flut quasi fast untergehen. Da sind 95 Prozent Kleinstanfragen. Sie sind generell ansprechbar und offen. Zum Beispiel bei unserem nächsten Business Frühstück haben wir wieder jemanden eingeladen.

Hier im YouTube-Kanal vom German Mittelstand BusinessTV das ganze Interview (2. Halbzeit) mit Dr. Axel Freiherr von dem Bussche, LL.M. (L.S.E.), Rechtsanwalt & Partner Taylor Wessing Hamburg / Düsseldorf ansehen.

https://www.taylorwessing.com/de

Weitere Interviews in Koop mit dem DUB UNTNERNEHMER Magazin beim German BusinessTV bei YouTube:

DUB Live Call Nr. 24 (2. Halbzeit):

Thema: "Szenarioanalyse Covid19 - Vorteil KI-unterstützter Datenauswertung" 

Hier im YouTube-Kanal das Interview mit Christoph J. Gum, Co-Founder & CEO Private Alpha Switzerland AG Zürich (Schweiz) nachschauen.

https://www.privatealpha.ch

DUB Live Call Nr. 25 (2. Halbzeit):

Thema: "Wege zum Neustart - Digitale Transformation"

Hier im YouTube-Kanal das Gespräch mit Prof. Dr. Jochen Vogel, CEO VM Value Management GmbH Frankfurt am Main Mitglied der CSR/UNGSII-Konferenz-Davos (Schweiz) und Dozent an der FOM-University of Applied Sciences ansehen.

https://www.vmvalue.de

DUB Live Call Nr. 26 (2. Halbzeit):

Thema: "Finanzierung von Forschung und Innovation im Zeichen der COVID Krise" 

Hier den Talk mit Dr. Ludovit Garzik, Geschäftsführer vom Rat für Forschung und Technologieentwicklung (RFTE) Wien (Österreich) und Gründer IO Innovationorbit e.U. in voller Länge anschauen.
https://www.rat-fte.at
http://www.innovationorbit.com

Mehr Infos zu weiteren DUB Live Calls von unserem Kooperationsparter gibt es auf der Website: http://dub-magazin.de

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